borderline-europe ist als gemeinnütziger Verein unabhängig von politischen Parteien oder Regierungen. Unsere Arbeit ist als Akt des zivilen Widerstands gegen die Abschottung der EU und ihre tödlichen Folgen gedacht. Ziele sind die umfassende Information der Öffentlichkeit, die Vernetzung europäischer Initiativen und die Lobbyarbeit auf nationaler- und EU-Ebene.
06.01.2009, Diario de Jerez
56 MigrantInnen erreichten vor 2 Tagen die Insel Gran Canaria, einige von ihnen stark geschwächt. Sie wurden durch die Marine gerettet, das sie nach Angaben des Roten Kreuzes in den Hafen von Arguineguín brachte. Die MigrantInnen kamen auf einem Cayuco, unter ihnen waren 10 MInderjährige. (Artikel in spanischer Sprache)
05.01.2009, Radio MegaWelle
Monatelang hat sich die Kanarische Regierung in Madrid und Straßburg für eine gemeinsame Lösung für minderjährige Immigranten stark gemacht. Die Auffanglager sind heilos überfüllt, die Kosten mußte der Archipel bisher alleine übernehmen. Nach der nationalen Einigung streiken jetzt die Immigranten auf den Kanarischen Inseln und weigern sich den Weg in andere Auffanglager in anderen Autonomien anzutreten. Am Sonntag ist es in einem Auffanglager bei Tacoronte auf Teneriffa zu Auseinandersetzungen mit dem Personal gekommen. Die Guardia Civil mußte eingreifen und hatte die Situation nach drei Stunden wieder unter Kontrolle.
05.01.2009, Buchloer Zeitung
Immer mehr Afrikaner versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. Ein Hauptanlaufsziel der verzweifelten Armutsflüchtlinge ist die italienische Insel Lampedusa. Korrespondenten berichten.
05.01.2009, Junge Welt
Migrantenrechte außer Kraft gesetzt: Italien startet Massen-Abschiebungen von Flüchtlingen direkt von der Mittelmeerinsel Lampedusa aus.
04.01.2009, indymedia
Übersetzung aus BBC-News: "Die marokkanische Polizei hat einen afrikanischen Migranten tot geschossen, der sich unter einer Gruppe von 80 Leuten befand, die versuchten die spanische Enklave Melilla zu stürmen. Sicherheitsbehörden gaben an, die Gruppe hätte den Grenzposten in einem „teilweise gewalttätigen Angriff“ gestürmt."
03.01.2009, kanarenexpress.com
Ein Flüchtlingsboot mit 80 Personen an Bord landete am Donnerstag im Morgengrauen auf La Gomera bei der Playa de La Puntilla, die zu der Gemeinde Valle Gran Rey gehört. Das Cayuco war mit 80 Männern besetzt, die alle auffallend jung waren, sich aber glücklicherweise in erstaunlich gutem Gesundheitszustand befanden.
03.01.2009, Schwäbisches Tagblatt
„Deutschland kenne ich tausend Mal besser als meine Heimat“, sagt der Pakistaner Liqe Raza. Vor bald zwei Jahrzehnten hat er hier Asyl beantragt. „Ich will nicht abgeschoben werden“, sagt er. Doch genau das droht ihm jetzt nach so langer Zeit.
02.01.2009, Mannheimer Morgen
Auch bei günstigeren Wetterbedingungen kommen jedes Jahr Hunderte Flüchtlinge, die auf seeuntüchtigen, engen Booten die Überfahrt von Nordafrika über das Mittelmeer wagen, ums Leben. Nach Angaben von MSF wurden 2007 in den Gewässern um Sizilien rund 300 Tote bestätigt. In den ersten sechs Monaten 2008 seien es schon 500 gewesen. So ist das Mittelmeer zum "Meer der Verzweiflung" geworden, wie es italienische Medien formulierten.
02.01.2009, IslaCanaria.net
Anwohner bemerkten in der Nacht zum Freitag mehrere Lichter rund 400 Meter von der Playa de La Puntilla entfernt. Kurz darauf erkannten die Anwohner dann, das es sich hierbei um ein Flüchtlingsboot handelte. Die sofort alarmierte Seerettung kam gerade noch rechtzeitig um die insgesamt 71 Bootsflüchtlinge bei starkem Seegang in ein Patrouillenboot umzuladen. Kurz darauf konnten Helfer die Bootsflüchtlinge im Hafen in Empfang nehmen.
02.01.2009, Neues Deutschland
(...) Im Juli wurde ein Bericht der sogenannten Zukunftsgruppe für ein innenpolitisches Fünfjahresprogramm der EU vorgestellt. Hierin wird auf eine weitere Verschränkung von Polizei und Geheimdiensten gedrungen, der militarisierte Kampf gegen den internationalen Terrorismus gefordert, die Abschottungspolitik der EU mittels Grenzschutzbehörde FRONTEX und integriertem Grenzschutzsystem gefördert. Neue Behörden wie die »Asylunterstützungsagentur« sollen außerdem politische Willensbekundungen zur Abschottung der EU nach Süden und Osten manifestieren.
02.01.2009, Consello de Ourense
An die 12.500 MigrantInnen sind in 2008 an den spanischen Küsten in cayucos und pateras angelandet. Das sind nach amtlicher Statistik rund 20 % weniger als im Vorjahr. (Artikel in spanischer Sprache)
02.01.2009, Kieler Nachrichten
Weil er vor vier Jahren afrikanische Flüchtlinge an Bord nahm, wurde Stefan Schmidt, Kapitän der "Cap Anamur", in Italien wegen Schleuserei angeklagt. Der Prozess gegen den Lübecker läuft noch immer. Das Schlauchboot trieb auf dem Wasser. Es verlor Luft, der Motor qualmte, es drohte unterzugehen, 150 Kilometer vor Lampedusa. Sechs mal 2,5 Meter, 37 Mann. Sie hatten kein Wasser, keine Lebensmittel, keinen Treibstoff. Flüchtlinge aus Afrika, die sich nach dem langen Weg durch die Wüste auf den Weg machten gen Europa. Flüchtlinge wie die 234, die vor wenigen Tagen in Lampedusa strandeten, auf der Suche nach einem besseren Leben.
02.01.2009, Berliner Zeitung
Bei einem Massenansturm afrikanischer Flüchtlinge auf die spanische Nordafrika-Exklave Melilla ist ein Mann getötet worden. Der Afrikaner sei von marokkanischen Grenzposten angeschossen worden und auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben, meldete der spanische Rundfunk am Donnerstag. 14 weitere Flüchtlinge seien festgenommen worden. Rund 80 Immigranten hätten gewaltsam versucht, von Marokko aus in die Enklave einzudringen.
02.01.2009, Südeutsche Zeitung
Wie viele Bootsflüchtlinge im Kanal von Sizilien zwischen Afrika und der kleinen italienischen Insel Lampedusa ertrinken, verdursten oder an Erschöpfung sterben, weiß niemand. Hilfsorganisationen schätzen, dass es Jahr für Jahr Aberhunderte sind. Viele dieser Unglücklichen werden nie geborgen. Wenige fanden auf dem Friedhof von Lampedusa ein Grab.