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Gabriel del Grande - Mamadous Fahrt in den Tod
Tausende Tote rings um die Europäische Union sind den meisten Medien in Deutschland auch weiterhin kaum eine Zeile oder Sendeminute wert. Wir haben uns deshalb entschlossen, selbst eine Zeitschrift herauszubringen, die das EU-Grenzregime und seine tödlichen Folgen zum Inhalt hat.

Das Sonderheft entstand als Abschluß- arbeit im Fach "Gestalten" an der Universität Münster, es ist zum Preis von 5,- Euro ab sofort im Buchhandel oder über unsere Geschäftsstelle zu beziehen.
Gabriel del Grande - Mamadous Fahrt in den Tod
Der italienische Journalist Gabriele del Grande ist der Spur der "Namenlosen" gefolgt: der Opfer jener täglichen Tragödie an unseren Grenzen, von der die europäische Öffentlichkeit so wenig erfährt. Wer waren diese Menschen, die Schiffbrüchen zum Opfer fielen, aber auch der Hitze der Sahara, Lastwagenunfällen, dem Schnee und der Kälte, den Minenfeldern und den Schüssen der Polizei? Das Buch hat in Italien bereits innerhalb kürzester Zeit für großes Aufsehen gesorgt.
 

Das Schweigen brechen

borderline-europe ist als gemeinnütziger Verein unabhängig von politischen Parteien oder Regierungen. Unsere Arbeit ist als Akt des zivilen Widerstands gegen die Abschottung der EU und ihre tödlichen Folgen gedacht. Ziele sind die umfassende Information der Öffentlichkeit, die Vernetzung europäischer Initiativen und die Lobbyarbeit auf nationaler- und EU-Ebene.

Die täglichen Dramen
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06.01.2009, Diario de Jerez

56 MigrantInnen auf Gran Canaria angekommen

56 MigrantInnen erreichten vor 2 Tagen die Insel Gran Canaria, einige von ihnen stark geschwächt. Sie wurden durch die Marine gerettet, das sie nach Angaben des Roten Kreuzes in den Hafen von Arguineguín brachte. Die MigrantInnen kamen auf einem Cayuco, unter ihnen waren 10 MInderjährige. (Artikel in spanischer Sprache)
05.01.2009, Radio MegaWelle

Kanaren: Jetzt streiken die Immigranten!

Monatelang hat sich die Kanarische Regierung in Madrid und Straßburg für eine gemeinsame Lösung für minderjährige Immigranten stark gemacht. Die Auffanglager sind heilos überfüllt, die Kosten mußte der Archipel bisher alleine übernehmen. Nach der nationalen Einigung streiken jetzt die Immigranten auf den Kanarischen Inseln und weigern sich den Weg in andere Auffanglager in anderen Autonomien anzutreten. Am Sonntag ist es in einem Auffanglager bei Tacoronte auf Teneriffa zu Auseinandersetzungen mit dem Personal gekommen. Die Guardia Civil mußte eingreifen und hatte die Situation nach drei Stunden wieder unter Kontrolle.
05.01.2009, Buchloer Zeitung

Massenflucht über das Meer der Verzweiflung

Immer mehr Afrikaner versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. Ein Hauptanlaufsziel der verzweifelten Armutsflüchtlinge ist die italienische Insel Lampedusa. Korrespondenten berichten.
05.01.2009, Junge Welt

Italien: Keine Chance auf Asyl

Migrantenrechte außer Kraft gesetzt: Italien startet Massen-Abschiebungen von Flüchtlingen direkt von der Mittelmeerinsel Lampedusa aus.
04.01.2009, indymedia

Melilla: Marokkanische Polizei erschießt Migranten

Übersetzung aus BBC-News: "Die marokkanische Polizei hat einen afrikanischen Migranten tot geschossen, der sich unter einer Gruppe von 80 Leuten befand, die versuchten die spanische Enklave Melilla zu stürmen. Sicherheitsbehörden gaben an, die Gruppe hätte den Grenzposten in einem „teilweise gewalttätigen Angriff“ gestürmt."
03.01.2009, kanarenexpress.com

80 Immigranten auf La Gomera angekommen

Ein Flüchtlingsboot mit 80 Personen an Bord landete am Donnerstag im Morgengrauen auf La Gomera bei der Playa de La Puntilla, die zu der Gemeinde Valle Gran Rey gehört. Das Cayuco war mit 80 Männern besetzt, die alle auffallend jung waren, sich aber glücklicherweise in erstaunlich gutem Gesundheitszustand befanden.
03.01.2009, Schwäbisches Tagblatt

"Keine Papiere, keine Arbeit – das ist kein Leben"

„Deutschland kenne ich tausend Mal besser als meine Heimat“, sagt der Pakistaner Liqe Raza. Vor bald zwei Jahrzehnten hat er hier Asyl beantragt. „Ich will nicht abgeschoben werden“, sagt er. Doch genau das droht ihm jetzt nach so langer Zeit.
02.01.2009, Mannheimer Morgen

Italien: "Meer der Verzweiflung"

Auch bei günstigeren Wetterbedingungen kommen jedes Jahr Hunderte Flüchtlinge, die auf seeuntüchtigen, engen Booten die Überfahrt von Nordafrika über das Mittelmeer wagen, ums Leben. Nach Angaben von MSF wurden 2007 in den Gewässern um Sizilien rund 300 Tote bestätigt. In den ersten sechs Monaten 2008 seien es schon 500 gewesen. So ist das Mittelmeer zum "Meer der Verzweiflung" geworden, wie es italienische Medien formulierten.
02.01.2009, IslaCanaria.net

Erstes Flüchtlingsboot des Jahres erreicht La Gomera

Anwohner bemerkten in der Nacht zum Freitag mehrere Lichter rund 400 Meter von der Playa de La Puntilla entfernt. Kurz darauf erkannten die Anwohner dann, das es sich hierbei um ein Flüchtlingsboot handelte. Die sofort alarmierte Seerettung kam gerade noch rechtzeitig um die insgesamt 71 Bootsflüchtlinge bei starkem Seegang in ein Patrouillenboot umzuladen. Kurz darauf konnten Helfer die Bootsflüchtlinge im Hafen in Empfang nehmen.
02.01.2009, Neues Deutschland

Die Mauern der Festung Europa werden höher

(...) Im Juli wurde ein Bericht der sogenannten Zukunftsgruppe für ein innenpolitisches Fünfjahresprogramm der EU vorgestellt. Hierin wird auf eine weitere Verschränkung von Polizei und Geheimdiensten gedrungen, der militarisierte Kampf gegen den internationalen Terrorismus gefordert, die Abschottungspolitik der EU mittels Grenzschutzbehörde FRONTEX und integriertem Grenzschutzsystem gefördert. Neue Behörden wie die »Asylunterstützungsagentur« sollen außerdem politische Willensbekundungen zur Abschottung der EU nach Süden und Osten manifestieren.
02.01.2009, Consello de Ourense

12.500 MigrantInnen 2008 in Spanien angekommen

An die 12.500 MigrantInnen sind in 2008 an den spanischen Küsten in cayucos und pateras angelandet. Das sind nach amtlicher Statistik rund 20 % weniger als im Vorjahr. (Artikel in spanischer Sprache)
02.01.2009, Kieler Nachrichten

Kapitän der "Cap Anamur" seit 2 Jahren vor Gericht

Weil er vor vier Jahren afrikanische Flüchtlinge an Bord nahm, wurde Stefan Schmidt, Kapitän der "Cap Anamur", in Italien wegen Schleuserei angeklagt. Der Prozess gegen den Lübecker läuft noch immer. Das Schlauchboot trieb auf dem Wasser. Es verlor Luft, der Motor qualmte, es drohte unterzugehen, 150 Kilometer vor Lampedusa. Sechs mal 2,5 Meter, 37 Mann. Sie hatten kein Wasser, keine Lebensmittel, keinen Treibstoff. Flüchtlinge aus Afrika, die sich nach dem langen Weg durch die Wüste auf den Weg machten gen Europa. Flüchtlinge wie die 234, die vor wenigen Tagen in Lampedusa strandeten, auf der Suche nach einem besseren Leben.
02.01.2009, Berliner Zeitung

Ein Toter bei Massenansturm auf Melilla

Bei einem Massenansturm afrikanischer Flüchtlinge auf die spanische Nordafrika-Exklave Melilla ist ein Mann getötet worden. Der Afrikaner sei von marokkanischen Grenzposten angeschossen worden und auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben, meldete der spanische Rundfunk am Donnerstag. 14 weitere Flüchtlinge seien festgenommen worden. Rund 80 Immigranten hätten gewaltsam versucht, von Marokko aus in die Enklave einzudringen.
02.01.2009, Südeutsche Zeitung

Afrikanische Flüchtlinge in Italien

Wie viele Bootsflüchtlinge im Kanal von Sizilien zwischen Afrika und der kleinen italienischen Insel Lampedusa ertrinken, verdursten oder an Erschöpfung sterben, weiß niemand. Hilfsorganisationen schätzen, dass es Jahr für Jahr Aberhunderte sind. Viele dieser Unglücklichen werden nie geborgen. Wenige fanden auf dem Friedhof von Lampedusa ein Grab.