Ich habe heute Papst Benedikt in Lourdes gesehen und gehört. Er stimmte natürlich ein Loblied auf die Mutter Gottes an, die privilegiert sei, weil sie eine "unbefleckte Empfängnis" hatte und dass die Gläubigen gerade deshalb zu ihr pilgern, um ihr alle Nöte und Sorgen zu erzählen um von ihr getröstet zu werden. "Maria weist den Weg zu Gott".
Alles an dieser Aussage scheint mir ziemlich verzerrt zu sein. Zuerst einmal: Jeder Mensch kommt "unbefleckt" auf die Erde. Die Sünde - die Lasten - werden ihm dann via Konditionierung mehr und mehr auferlegt - weitergegeben von Generation zu Generation, auch und nicht zuletzt durch die Kirchen. Grundsätzlich ist jeder Mensch zuerst einmal unschuldig, d.h. un-bedingt. Dem sexuellen Akt diese enorme Bedeutung einer "Befleckung" zu geben ist geradezu lächerlich.
Was ich weiterhin vermisse in den kirchlichen Aussagen, ist die Eigenverantwortung. Ich höre immer nur "Jesus ist für uns am Kreuz gestorben und hat uns deshalb erlöst" und "Maria hilft". Das ergibt keinen Sinn. Jesus selbst hat wiederholt gesagt, "wer mich liebt, der folge mir nach", was nur bedeuten kann, der mache es mir nach oder mit anderen Worten... der muss es selber herausfinden und selber wissen. Ohne Wissen - Wissen um sich selbst - gibt es keine Erlösung von den Lasten und Bedingtheiten dieses Lebens hier. Ohne dieses Wissen gibt es keine Freiheit!
Der Papst hat natürlich von Buße und Umkehr gesprochen, aber was das genau ist, bleibt vage. Ist ein Leben nach den Geboten der Kirche gemeint, was dann nur ein Leben in weiterer Abhängigkeit wäre. Keine Freiheit. Auch hier kein Wort von Wissen und Veranwortung, nur der Glauben an die Mutter Kirche. Und was die Buße betrifft, so braucht sie kein Mensch. Man braucht nur Einsicht und Er-leuchtung! Buße gehört wie Schuld, Scham und Reue zu den niedrigsten Schwingungen und sollte komplett vermieden werden.